Aufgemerkt, Tony & George

„Wehe dem Staatsmann, der sich in dieser Zeit nicht nach einem Grund zum Krieg umsieht, der auch nach dem Kriege noch stichhaltig ist.“

[Otto v. Bismarck, 1815-1898]

Rutschky & Rutschky

Früher war alles besser und der Feind stand rechts. Wo Michael Rutschky(*) und Katharina Rutschky(**) – beide weder Weltautoren noch Autoren von Welt, sondern nur noch Autoren der WELT(***) – heute stehen, ist mir egal. Begehen sie doch die schlimmste Sünde aller Schreibenden: Mit ihrer bornierten Klugschnackerei langweilen sie nur noch.
R.I.P.
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(*) „Gysi, Lafontaine und alle anderen Leserbriefschreiber, das große Publikum, das die Bühne beobachtet und die Akteure mit seinen Einschätzungen begleitet, sie haben diese Einschätzungen ja gratis. Sie brauchen nicht mittels Regieren zu beweisen, dass ihre Einschätzungen der Lage zutreffen – was die einzige Form der Realitätsprüfung ist. Wer sich ausschließlich an der Opposition beteiligen möchte, erspart sich diese Realitätsprüfung.“
(**) „Über Hartz IV zum Beispiel muss man sich nicht beschweren. Wenn man nichts zu tun hat, macht’s doch auch nichts aus, wenn man mal einen Fragebogen von 16 Seiten ausfüllt, verdammt noch mal! Das ist doch nicht zu viel verlangt! Es soll ja auch gerecht zugehen. (…) Ich gebe es zu: Ich liebe meinen Kanzler. Ich sag das immer ganz laut, damit sich die Leute richtig ärgern. Ich wähle den auch wieder und ich liebe und verehre ihn.“ Boah, jetzt ärgern wir uns aber…
(***) Nein, er schreibt nicht in der WELT, aber wie in ihr.

Aus gegebenem Anlaß

Solidaritaet mit labournet
Provinzposse – den Ausdruck finde ich doch verharmlosend. Was sich mit der Hausdurchsuchung und Beschlagnahme bei LabourNet ereignet hat, ist für mich mehr als beunruhigend. Daß kritische Leute immer mit dem strengen linken Auge (das andere ist ja bekanntlich blind) beobachtet werden und ggf. in die Schranken (wessen eigentlich?) verwiesen werden, ist ja bekannt. Daß hier aber vehement gegen Informantenvertrauen und -schutz gearbeitet wird, und das in einem derart heiklen Bereich wie der Arbeitswelt, ist schon heftig.
Alles wissenswerte gibt es hier nachzulesen.

honi soit

Ob es daran liegt, daß man bis spät nachts auf einem new face award arbeitet? Es gelang mir heute morgen nicht, die folgende Meldung ganz ernsthaft zu lesen:

113 Gläubiger hatten den Betriebsprüfern des Landes vorgeworfen, Scheingeschäfte mit

Horizontal-Bohrsystemen
gedeckt

zu haben.

Kein Kommentar

A man shot dead by police hunting the bombers behind Thursday’s London attacks was unconnected to the incidents, police have confirmed.
A Scotland Yard statement said the shooting was a „tragedy“ which was regretted by the Metropolitan Police.
The man was shot dead after police followed him from a south London flat to Stockwell Tube station on Friday.

Das meldet die BBC.

Die Idee des Monats

Beckstein will Luftabwehrraketen zum Schutz einsetzen

Bayerns Innenminister Günther Beckstein möchte verstärkten inländischen Bundeswehreinsatz. Der ist zwar rechtlich nicht möglich, aber das hat ja auch andere Politiker wenig interessiert, wenn sie Ideen hatten. Dem Einsatz von Luftabwehrraketen und Kampfhubschraubern sehe ich jedenfalls schon gespannt entgegen. Bis dahin gehe ich mal in den Keller. Zum Lachen.
So. Wieder da. Vielleicht sollten wir auch an jede Straßenecke Spähpanzer postieren? Verstärkte Polizeipatrouillen mit Maschinenpistolen auf die Straßen schicken. Damit wir dann auch ein Stockwell hinbekommen? Was läuft der auch weg? Muß doch was auf dem Kerbholz haben. Gell.
Wer solche Innenminister hat, muß sich keine Sorgen machen.

Erfrischend steingrau

Herr Köhler hat gestern den Bundestag aufgelöst. Wow, war das spannend! Allerdings hätte an der Präsentation vielleicht noch etwas gefeilt werden können. Irritiert haben mich z.B. die kurzen Momente, in denen er nach unten links starrte. Bush-style? Ein Soufleur? Oder gar ein Monitor mit einer Fußballübertragung?
Apropos Fußball: Der Confed-Cup ist gerade vorbei und in nicht mal einem Jahr startet die WM in der BRD. Da hätte man doch die im ganzen Land herrschende Sporteuphorie nutzen und die Rede noch lebendiger präsentieren können (also, sie kam ja schon ziemlich packend rüber, brilliant anmoderiert, gleich hinter die Tagesschau gepa r ckt). Als Beispiel mal was in MP3 (*):
Lo-Fi (0,6 MB)
Mid-Fi (1,2 MB)
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(*) Riesengroßen Dank an die Fangesänge!

Denken? Och nöö.

Tag der deutschen Redefreiheit - uebersprueht mit jeden Tag der Redefreiheit fuer alle
Der aufgesprühten Ergänzung kann ich wenig hinzufügen. Außer, daß es vielleicht „jeder Tag“ heißen müßte. Und daß die Jungs, die hinter dem Originalplakat stecken, es wohl wirklich nicht schnallen. Daß man Redefreiheit so nicht nationalisieren kann. Aber vielleicht meinen sie es doch so, wie es da steht? Sehr daneben eben. Das ist dann auch mal drei Kategorien wert…
Ergänzung: Wie unser Leser Andreas mitteilt, soll es sich um eine Werbekampagne für einen neuen Billigtarif eines Mobilfunkbetreibers handeln. Das würde es eigentlich noch kranker machen. Aber in einem Land, in dem B*LD täglich millionenfach „gelesen wird, kann die Werbung ja nicht hintanstehen.
Viel Glück mit

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