Sorge um Kardinal Mei*ner

Beim Lesen einiger Fragen des sogenannten Moslem-Tests wurde mir etwas bang um den Verbleib von Kardinal Mei*ner in der BRD.

29. Stellen Sie sich vor, Ihr volljähriger Sohn kommt zu Ihnen und erklärt, er sei homosexuell und möchte gerne mit einem anderen Mann zusammenleben. Wie reagieren Sie?
30. In Deutschland haben sich verschiedene Politiker öffentlich als Homosexuelle bekannt. Was halten Sie davon, dass in Deutschland Homosexuelle öffentliche Ämter bekleiden?

Ach so, der hat ja gar keinen Sohn. Und den deutschen Paß eh‘ schon – dann ist ja gut.

Neue Header

Als kleine meditative Arbeit habe ich mal wieder 33 neue Header-Bilder fabriziert und auf den Server gepackt. Als immer schön die Seite neu laden 🙂

Huhuhahahihi – ich halt 's nicht aus

Nicht vergessen! Deutschland wird Fussball-Weltmeister 2006.
Nicht, daß mir der Warencharakter des Fußballs (gell, Herr F*FA, „ß“ ist noch nicht ganz abgeschafft) nicht eh schon klar gewesen wäre, und ich seit langem lieber selbst kicke, als diesem Geld-Wahnsinn zuzuschauen. Aber die F*FA tut mit ihren „Richtlinien zur Verwendung der F*FA Fussball-Weltmeisterschaft 2006Marken“ (PDF) doch alles, um auch noch das letzte bißchen Interesse an dem Sommerereignis verschwinden zu lassen.
Mal abgesehen davon, daß deutsche Sport-Reporter sich auch immer mehr gerieren, als müßten sie die letzte Abwehrschlacht gegen die Barbaren kommentieren. Was da an Emo-Mist und Nationalstolz-Parteilichkeit rüberschwappt, ist unerträglich.
Allerdings frage ich mich, ob der Abdruck des Sie-wissen-schon-Logos und des Ist-schon-klar-Mastkottchens nicht schon den Punkt 1 von Anhang 3 „Beispiele für widerrechtlichen Gebrauch der Marken“ der Weiß-Bescheid erfüllt: „Abschätziger und rufschädigender Gebrauch“ ?
Einen guten Beitrag findet man bei Thomas Knüwer im Handelsblatt-Blog „Indiskretion Ehrensache

Schönbohm kündigt Kürzung der Sozialleistungen an

MDR info meldet:

Die CDU will die Sozialleistungen in Deutschland deutlich kürzen. Das hat Brandenburgs Innenminister Schönbohm angekündigt. Derzeit seien 50 Prozent des Haushalts Sozialausgaben. Die CDU habe sich vorgenommen, diesen Wert unter 40 Prozent zu senken.

Ey, Alta, erst packt ihr Hanseln es nicht, vernünftig zu wirtschaften, ballert die Steuer-Kohle raus wie nix („Berlin, Berlin, wir ruiniern Berlin!“) – und jetzt tut der so, als wäre das sein von ihm erarbeitetes Geld!
Und immer noch tun die Mächtigen allez, dasz der kleyne mann sie hasset.

Der überflüssige Mensch

Morgen, Sonntag, bringt SWR2 (leider kein Webstream!) von 18:30-20.00 Uhr einen Essay von Thomas Horst:

„Der überflüssige Mensch. Ein negativer Held in der russischen Literatur“
Die Figur des lischnij tschelovek – des »überflüssigen Menschen« – ist aus der russischen Literatur vor allem des 19. Jahrhunderts nicht wegzudenken. Ihn verkörpert, in je eigentümlicher Gestalt, Puschkins Eugen Onegin, Gontscharovs Oblomov oder Dostojevskijs Raskolnikov. Der Typus repräsentiert ein umstrittenes, oft verfemtes Lebensmodell, das von Passivität und sozialer Isolation, Handlungshemmung und kontemplativer Versonnenheit geprägt ist. In ihm kommt die krisenhafte Reaktion der russischen Gesellschaft auf die »westlichen Ideen«, im Zeichen drohender Modernisierung, zum Ausdruck. Der blasierte Dandy, der entwurzelte Idylliker, der schwermütig Lethargische, der idealistische Raisonneur, endlich der destruktive Nihilist bilden Varianten dieser Selbstdeutung. Es sind nicht zuletzt solche Figuren, die etlichen Werken der russischen Literatur ihr unverwechselbares Kolorit gegeben haben.

Brunch (Geht gar nicht Nr. 2)

BRUNCH
Geht gar nicht. Echt. Idee dazu bei mercedes bunz‘ zitty-Artikel „Meine Armut kotzt mich an“:

Eigentlich ein Niedergang der Cafékultur: Heute bekommt man anstelle von ein wenig Erholung das Gefühl, man befindet sich in einem modernen Arbeitslager. Und am Wochenende folgt dann der Brunchzwang. Das sind Aussichten.

Sancta Simpel usw.

Motivations-, Kommunikations- und Sonstwas-Trainer waren mir immer schon suspekt. Heute habe ich mal wieder etwas gehört, das mich in meinem Vorurteil der Schaumschlägerei bestätigt. Helge Thomas hat in seinem Podcast „Das Abenteuer Verkaufen“ die fünfte Folge im Angebot: „Du bist der Aufschwung“. Besonders schön ist der Punkt „Wie verkauft man ein Land?“ – ja, das trifft es wohl.
Großartig ist sein Schlußschmankerl, bei dem er Verdi & dem Öffentlichen Dienst nahelegt, die schlappen 18 Minunten mal nicht so eng zu sehen, schließlich frage er als Selbständiger auch nicht nach Überstunden. Und vielleicht sägten die ja auch am Ast, auf dem sie sitzen – und nachher kommen die Privaten Unternehmer, die das dann viel billiger machten.
Hoho, da schlottern wir jetzt aber mal kräftig. Aber nur, weil wir überlegen, wie solche Leute, die offensichtlich von keiner Kenntnis getrübt sind, als „Trainer“ auf Arbeitnehmer losgelassen werden.
Das kann natürlich etwas behoben werden. Z.B. mit dieser „Der Tag“-Sendung von hr2: „Das 18-Minuten-Missverstaendnis: wofür streikt Verdi“hier als mp3-Download, 50:09 min., 12.3MB
Da wüßte Helge Thomas dann, daß es z.B. durch verlängerte Arbeitszeit bisher meist zu Stellenabbau kam, besonders im Öffentlichen Bereich. Oder durch verlängerte Arbeitszeiten die Mitarbeiter-Gesundheit gefährdet werden kann. Oder der Öffentliche Dienst in den vergangenen Jahren bereits Einschnitte hingenommen hat. Aber Du bist Deutschland ist eben griffiger, da kommt es auf die Details nicht so an. Hauptsache, wir verkaufen das Land gut – und wenn auch nur für blöd…