Zufälle. Gibt 's?

Direkt nacheinander trafen heute in meinem Postfach folgende Pressemails ein:

  • stern-Umfrage: Klimadebatte beschert Grünen die größte Wählersympathie seit Bundestagswahl 2005
  • 8,3 Millionen mehr Flugpassagiere im Jahr 2006

Mal schnell etwas in der Wikipedia nachschlagen.

Na, was denn nun?

So, Jingelchen, sprech ich hej:te mal des rollend-wej:che „r“ mejna Muttasprache Ostprej:sisch. Is doch hej:te „Internationaler Tag der Muttersprache“, auf den uns die „Deutsche Sprechwelt“ hinweist.
Allerdings dürfte das den ominösen IntergrationsbemüherInnen etwas Kopfzerbrechen bereiten, wenn sie für die Stärkung der Muttersprache eintreten sollen…
Anlata bildim mı?

Fortschritt!

Früher konnte ein Kabelauch „Emser Depesche“ genannt einen Deutsch-Französischen Krieg auslösen und kostete 10.000e Menschen das Leben.
Heute kosten Kabel(probleme) nur noch deutsch-französische Arbeitsplätze.

Schlümmer geht ümmer

Ich bedauere ja schon länger politische KabarettisInnen. Die Sachen, die so auf der (gesundheits-) politischen Bühne abgehen, können die doch gar nicht mehr toppen.

Erheitert hat mich dennoch das gestrige "verboten" auf der taz-Seite 1, das mit einem fetten

Ein völlig unzureichendes Signal!

die neueste Idee der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), kommentierte. Alles weitere hier.

Was nehmen die in Berlin eigentlich so den ganzen Tag?

Heute Glotze an!

Heute, 22.30h, auf 3sat:
Daremo shiranai - PlakatDaremo shiranai („Niemand weiß“) von dem tollen Regisseur Hirokazu Kore-eda.
Für alle, die noch die eine oder andere Haushaltspackung Papiertaschentücher zu Hause haben, deren Haltbarkeitsdatum bald endet und die deshalb sowieso weg muß.
Im Ernst: Ein sehr anrührender Film, dabei weit weg von Hollywood-Schwulst; und auch kein Sozialkitsch, wie es der Pressetext vielleicht vermuten läßt. Keine „message“, und deswegen wohl so ergreifend. (Aber: Daß die NYT zu dem Satz kommt, man fühle sich am Ende nachdenklich und ungewöhnlich heiter, läßt mich schlimmstes für die Seele der Fleischerhunde Kritiker fürchten…)
Mehr Informationen zum Film und zu den Terminen beim Kölner Verleih rapid eye movies. Aber bitte nicht vorher den Trailer ansehen – der ist voll daneben!

Das DKFZ warnt: "Atmen gefährdet ihre Gesundheit!"

Wenn Georg Löwisch das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in der heutigen taz zitiert: „Das heißt, auch das Einatmen kleinster Konzentrationen geht mit einem erheblichen Gesundheitsrisiko einher“ – scheint er nicht den Irrsinn dieser Formulierung und den darin enthaltenen Hysterie-Faktor zu bemerken.
Die Reizworte „kleinste Konzentrationen“ und „erhebliches Gesundheitsrisiko“ werden unhinterfragt übernommen. Klar, Rauchen ist böse, dann wird das DKFZ schon recht haben. Daß aber, bis auf Nikotin, diese „im Tabakrauch enthaltenen Verbindungen“ in der ’normalen‘ Atemluft in häufig höheren Konzentrationen vorkommen, wird wohlmeinend (?) ausgeblendet (und ich spreche hier nicht vom gesundheitsgefährdenden Wahnsinn des Grillens)… So wird aus der aufrüttelnden Warnung des DKFZ letztlich der Hinweis: „Atmen gefährdet Ihr Gesundheit!“
Wer von den JournalistInnen hat die DKFZ-Studien eigentlich gelesen (außer die Zusammenfassung der Pressemitteilung)? Männliche „Rauchertote“ sterben im Ggs. zu Nichtrauchern statistisch mit rund 70 Jahren statt mit 75. Daß in diesem Alter eine eindeutige und monokausale Zuweisung des Rauchens möglich sein soll, scheint nicht zumindest fraglich? Aber natürlich wissen wir alle, daß Rauchen gesundheitsgefährdend ist – also muß Rauchen monokausal am Tod schuld ist.
Interessant wird es für mich, wenn (auch taz-) JournalistInnen von „interessegeleiteten Studien“ der Tabakindustrie schreiben, die des DKFZ aber stets als objektiv und wahrhaftig hinnehmen. Während dem DKFZ die Zahlen geglaubt werden, belegen die Studien, auf die sich WHO und Krebsforschungszentrum berufen, keinesfalls das Verkündete. Daß auch das DKFZ interessegeleitet sein könnte, scheint nicht wirklich zur Diskussion zu stehen.
Nur ein Beispiel: Eine von der US-amerikanischen Anti-Cancer-Society in Auftrag gegebene Langzeitstudie über das Passivrauchen untersuchte von 1959 bis 1997 rund 35.000 Raucher-Nichtraucherpaare. Diese wurde ohne veröffentlichtes Ergebnis abgebrochen. Zwei Wissenschaftler (Enstrom und Kabat) haben 2003 die Daten ausgewertet und das Ergebins veröffentlicht: Es gibt nach dieser Untersuchung, die immerhin die Hochzeit des Rauchens einbezieht, kein signifikant höheres Krebsrisiko. Das DKFZ hausiert aber mit 3.304 Passivrauchtoten p.a.
Klar: Zigarettenrauch riecht, oft sogar nicht angenehm. Dann muß er also auch giftig sein. Wie lange wird es dann aber noch Fischgeschäfte und Käsetheken geben?

Und wieder ein Jahr um: Heinz Czechowski

Heinz Czechowski
Der Lyriker, Essayist und Prosaautor Heinz Czechowski hat heute seinen 72. Geburtstag. Wieder ein Jahr vergangen. In dem seine Biographie „Die Pole der Erinnerung“ im Grupello Verlag erschien.
Grund genug, ein paar Gedichtauszüge abgetippert zu haben und allen hier Lesenden dringend die Lektüre von Lyrikbänden (insbesondere natürlich Czechowskischer) ans Herz zu legen. Und wenn Czechowski, dann auch gleich noch seine Prosabände, z.B. „Herr Neithardt geht durch die Stadt“, ein Band mit wunderbaren Städeteportraits. Das Buch ist nur noch antiqiuarisch oder aber in der schönen Ausgabe „Der Garten meines Vaters“ aus dem Grupello Verlag erhältlich, in dem auch weitere Bücher von Czechowski erschienen sind.
Heinz Czechowski - Man weiss

(aus: „Seumes Brille“, erschienen im Grupello Verlag)