Gefühlte Freiheit

Lutz Dammbeck in einem interessanten Gespräch mit Nike Breyer in der taz, 19./20.5., tazmag S. III:

NB: Wenn ich für bare Münze nähme, was Sie sagen, dann wäre Freiheit eine Fata Morgana.
LD (lacht): Wenn Sie sich frei fühlen, ist das doch okay. Wenn Sie es wissen, haben Sie ein Problem.

Vielleicht noch die nächsten Tage lesbar.

Söhne ohne Väter – Nachbemerkung

Der empfohlene Film hat mir gut gefallen – und wenn ich das 3sat-Forum zum Film lese, wohl auch vielen anderen ZuschauerInnen. Der Autor saß lobenswerterweise noch bis 2 Uhr in der Nacht und antwortete.
Interessant, daß es wohl einigen Leuten wie beim Contergan-Film ging und sie die Insertierung „vermißten“. Sehgewohnheiten, die Andreas Fischer schön unterläuft.

Immer nur Romane – das geht doch nicht.

Also ist Literatur heute gleich Roman. Oder Roman ist Literatur. Und Blanchot hat ja mal irgendwo gesagt, daß der Roman vielleicht irgendwann das Ende der Literatur bedeutet; das finde ich sehr treffend, weil ja in der Tat durch diese Romanschreiberei und durch diesen Romankonsum Sprache vernichtet wird.

[Anne Duden, in „Die Arbeit muss Fragment sein. Zur Diskussion der literarischen Avantgarde“. Von Werner Köhne“, DLF, 27.4.2007]
Auch bei mir stelle ich nach der Lektüre von zahlreichen Krimis „am Stück“ einen Verschleiß an Sprachempfinden fest. Daher jetzt, zwar auch Roman, aber sprachlich anspruchsvoll, Uwe Timms „Rot“, das bei mir seit 5 Jahren im Regal stand und dessen Lesezeit nun endlich und passend gekommen ist.

Filmtip!

Plakat Soehne ohne Vaeter
Ein neuer Film von Andreas Fischer, dessen Interview-Film „Contergan – die Eltern“ ich großartig finde und uneingeschränkt empfehle.
„Söhne ohne Väter“, der am Sonntag, 20.5.2007 um 21.15h in 3sat gezeigt wird, ist wieder ein Interviewfilm, erfreulicherweise ohne historisches Filmmaterial oder Spielszenen. Bei „Contergan“ gelang ihm ein durch die Montage ein intensives Erzählen, das über das individuelle Schicksal hinauszeigte.
Ich bin gespannt.