Erinnerung an Heinz Czechowski

An den von mir sehr geschätzten Lyriker und Autor Heinz Czechowski, dessen Geburtstag sich am 7. Februar jährt, erinnert das Blog „Buchstreusel“ mit einigen Zitaten aus dem Band „Von Paris nach Montmartre“. Der Grupello-Verlag hat neben Essays, Lyrik und der Autobiographie dankenswerterweise auch Czechowskis wunderbare Reisetexte in dem schönen Band „Der Garten meines Vaters“ herausgegeben.

Helmut Böttiger über Literaurkritik

Das „Großfeuilleton“ wie auch sogenannte „Kulturjournale“ sind ja kaum noch erträglich. Helmut Böttiger hat das sehr schön in seinem Beitrag (*) „Populistisch, nicht einmal selbstkritisch. Die Misere der Literaturkritik“ im „Politischen Feuilleton“ des Deutschlandradios dargestellt. Wobei mir leider noch der Begriff der „Dummheit“ fehlte, auf die viele dort Tätige inzwischen stolz zu sein scheinen. Tröstend, daß es noch Kulturzeitschriften und Feature gibt, die Nahrung für den von Verblödung umgebenen Geist bieten.

(*) der auch noch hörbar ist (mp3)

Da bin ich ja mal gespannt

Feuilletonist, Romanautor, linker Demokrat: Kurt Tucholsky wurde während der Weimarer Republik von der Kritik zuweilen ignoriert, doch sein Publikum liebte ihn. Wie sieht man den Publizisten heute? Marcel Reich-Ranicki hat eine Antwort.

Zur Zeit verschlinge ich ja die Tagebücher 1982 – 2001 von Fritz J. Raddatz. Und hoffe doch sehr, das schon bald sein heutiger Tagebuch-Eintrag nachzulesen sein wird. Die Kombination MRR & Tucholsky in der heutigen FAZ verspricht einen ausführlichen Kommentar …

Polizeistaat? Egal.

So, so. Tunesien soll unter Ben Ali also ein Polizeistaat gewesen sein. Hat aber wohl die Touristen nie gestört. Wie auch nicht die, die schon immer gern nach Ägypten, Thailand, Franco-Spanien oder sonst wohin reisten. Hauptsache warm, ne.

Tag des Hausmeisters

Neulich hörte ich auf OE1 eine interessante Sendung mit dem Philosophen Robert Pfaller über „Glück“. Sehr interessant seine Ausführungen, daß das Leben in den vergangenen 15 Jahren immer trostloser geworden sei. Immer mehr staatliche Gängelung, immer mehr Verzicht auf Genuß und Freude, immer mehr Neid und Mißgunst.

Da paßt dieses kommentierte Flickr-Foto wie Faust auf Auge: Eine entfernt rauchende Gruppe von Jugendlichen wird da als „ekelig“ bezeichnet. Was ist daran ekelig? Der Fotograf oder die Fotografin steht offensichtlich so weit entfernt, daß eher ein umfallender Sack Reis in Gelsenkirchen ihn oder sie belästigt als diese Jugendlichen. Der Nachsatz macht das eigentliche Vergehen deutlich: Die rauchen an einem „verbotenen“ Ort und die Ordnungsmacht in Person der U-Bahn-Aufsicht greift nicht ein. Das muß natürlich enorm verunsichern. Wer sorgt denn noch für Recht und Ordnung (aka law & order)?!? Und wenn das jeder machen würde!?!

Eigentlich weist dieses sich immer weiter ausbreitende „ICH! ICH! ICH!“ aber nur auf eine immer narzistischer werdende Gesellschaft hin, in der der oder die andere grundsätzlich kein Recht hat und nur stört, man selbst aber ebenso grundsätzlich im Recht ist. Dieses Durchsetzen des „eigenen Rechts“ ohne jeden Gedanken eines gesellschaftlichen Miteinanders, gepaart mit einer sich immer deutlicher abzeichnenden Aggressivität, läßt nicht viel Gutes für das gesellschaftliche Klima in den kommenden Jahren hoffen.

Und mehr als den „kommenden Aufstand“ erwarte ich den kommenden Hausmeister.

Neue Rezensionsplattform

Ab 21. Januar 2011 soll es mit recensio.net eine „europaweit ausgerichtete, mehrsprachige Plattform für Rezensionen geschichtswissenschaftlicher Literatur“ geben. Erfreulich ist, daß die Plattform dem Open-Access-Gedanken verpflichtet sein soll.

Tag der besseren Lesbarkeit

Es ist nur ein Beispiel. So etwas gibt es zuhauf, nicht nur im Netz, auch allgemein in den Medien oder in Reden. Was es mir nicht leichter macht, die Fassung zu bewahren.

P.S.2: Der Artikel ist aus Leserlichkeitsgründen nicht gegendert, trotzdem sind selbstverständlich beide Geschlechter gemeint.

Keiner und keine kommt dabei aber auch jemals auf die Idee, Artikel dann konsequent unter Verwendung der weiblichen Form zu schreiben. Warum nicht? So bleibt es dann doch immer schön eine Männerwelt, bei der den Lesefluß nichts stört, aber auch interessante Details wegfallen. Als würden z.B. Facebook-Nutzer und -nutzerinnen bei Facebook die selben Nutzungsverhalten teilen.

Naja. Eh wurscht.

Man kommt nicht mehr zum Schreiben

Cover von Tagebücher Fritz J. Raddatz
Daß die geplante tägliche Reihe „Der Tag des …“ schon erste Lücken zeigt, liegt auch an diesem Buch. Im Moment verschlinge ich die Tagebücher von Fritz J. Raddatz, sodaß wenig Zeit und Lust für anderes bleibt.
Schockierend, wie der Betrieb wohl schon seit Jahrzehnten läuft – vielleicht schon immer lief (wie gern würde ich Tagebücher z.B. des Hartmann von Aue lesen). Und deprimierend, wie das Werk, das ja das Wesentliche sein sollte, zu einer Nichtigkeit verfällt, wenn es doch nur um das Überleben im Betrieb geht. Und die Summe des Lebens fern ab alles Geschaffenen gegen Null tendiert.