HQ Trash

Nichts schlechtes über ein gewonnenes Buch …? Trotzdem: Ich bin bestürzt, daß ein der Osburg-Verlag, der die viel gelobte Biographie Essad Beis veröffentlicht hat, ein Buch wie „Japan Inc.” herausgibt.
Groschenroman in dick. Dazu schludrig lektoriert. Bei S. 86 bin ich ausgestiegen:
[Szene im Restaurant] „Sie sprang auf. Sollten die Leute nur gaffen. [… in den folgenden sieben Zeilen schimpft sie auf den Mann ein, setzt sich aber nicht. Neuer Absatz:] Als sie spürte, wie ihr die Tränen kamen, sprang sie rasch auf, …”.
Das Buch eine Luftnummer. Die Figuren Abziehbilder. Sicher, seit Schätzing oder Dan Brown weiß ich, daß viele Thriller-LeserInnen nicht allzu großen Wert auf Stil oder Originalität der Figuren zu legen scheinen – beider Werke strotzen ebenfalls vor schlichten Stereotypen und Jerry-Cotton-Typisierung. Das macht dieses Buch aber leider nicht besser. Die anschließenden Stichproben und besonders der Schluß haben das Niveau leider nur bestätigt.
Karl Pilny hätte aus dem historischen Stoff ein Sachbuch machen können; oder der Verlag Daniel Barenblatts Buch „A Plague upon Humanity: The Hidden History of Japan’s Biological Warfare Program” veröffentlichen. Aber „Japan Inc.” rechtfertigt bestenfalls ein, natürlich auch im Buch vorkommendes, symbolisches Yubitsume.
Erfreulich dagegen, daß Osburg gerade auch Wilhelm Bartschs Roman „Meckels Winkelzüge” herausgegeben hat – das versöhnt mich sofort mit dem Verlag (Buch ist bestellt).

Blöd ist geil

Im Prolog zu Blödmaschinen – Die Fabrikation der Stupidität“ schreiben Markus Metz und Georg Seeßlen von „einem gemeinsamen Genuß der Blödheit“.

Und als wollte mich auch das Fernsehen in der Richtigkeit der Lektüre bestärken, hörte ich am Sonntag im west.art Talk Ursula März erzählen, wie sie dank einer geschenkten Karte zum ersten Mal mit 2.000 Menschen in der Waldbühne saß und den Philharmonikern zuhörte. Obwohl: Das hat sie nicht gesagt. Vielmehr: Wie dort statt Applaus eine Laola gestartet wurde. Und wie sie bei der zweiten Welle natürlich mitgemacht habe.

Ich hoffe nur, in dem Buch auch eine Anleitung zu finden, wie ich mit solcher Blödheit umgehe. Denn vermutlich wird Frau März die Laola-Mitmacherei nicht als eine solche empfunden haben oder empfinden. Von all der anderen Blödigkeit mal ganz zu schweigen.