Non vitae sed scholae discimus – oder: Ist Sport Krieg?

Screenshot von ARD-Übertragung der Tour de France, ein Moderator im Bild

Historischer Moderationsmoment bei der ARD: „Blut, Schweiß und Tränen“
Wenn ein ARD-Sportmoderator*, der alt genug ist, um in seiner Zeit am Gymnasium etwas über den II. Weltkrieg gelernt zu haben, ein Gespräch über eine Touretappe anmoderiert mit

„Das war für die Fahrer nicht ohne. Wenn man so will: Blut, Schweiß und Tränen“**

dann ist das entweder unwissend, dreist oder wurschtig. Ich weiß nicht, was schlimmer ist.
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* so Michael Antwerpes (der immerhin Publizistik, Anglistik und Politikwissenschaft studiert hat) am 26.07.2018 im Gespräch mit dem ARD-Doping-Experten Hajo Seppelt über die 18. Etappe (Video ab 0:06, verfügbar bis 28.06.2019)
** Winston Churchill hat diese Worte in einer seiner berühmtesten Reden am 13. Mai 1940 vor dem britischen Unterhaus verwendet und (für meine Generation) geprägt

Äpfel. Birnen. Und kein Gefühl dazwischen.

Der Volkswirt und Soziologe, Professor und Forschungsorganisator an der Universität Flensburg Gerd Grözinger hat einen interessanten Vergleich in einem taz-Artikel gebracht:

Auf mindestens 3.300 Toten schätzt sic! das deutsche Krebsforschungszentrum die Zahl der jährlichen Opfer in Deutschland – das ist noch einiges mehr als etwa der Anschlag auf das World Trade Center gekostet hat.

Hach, diese Kosten immer. Auch an Menschenleben. Passivraucher. Terroropfer. Hauptsache, die Zahl stimmt. Irgendwie. Nächstes Mal könnte Grözinger dann vielleicht die Zahl der Holocaust-Opfer (pro Tag, sonst klappt das nicht), der verhungernden Kinder (pro Stunde, sonst klappt das nicht), seiner absterbenden Hirnzellen (pro Minute, sonst klappt das nicht) ins Spiel bringen.
Herr Liebermann, den Eimer. Bitte.

Ikea – demnächst in Weimar / Ettersberg?

Während die Diskussionen über die Fehlleistungen des stellvertretenden Kulturbeauftragten Hermann Schäfer bei der Eröffnung des Weimarer Kunstfestes erfreulicherweise noch nicht beendet sind, scheint IKEA – wenn ich dem frisch erschienenen Katalog (S. 239) Glauben schenken darf – eine neue Filiale in Weimar / Ettersberg zu planen:
IKEA demnaechst in Weimar?
Natürlich: Ein Slogan ist ein Slogan ist ein Slogan. Bedenkenswertes dazu hat aber Hermann Klenner in seinem Aufsatz „Jedem das Seine! Geschichte eines Schlagworts“ geschrieben.

Balla balla rules

Der Jurist und Politikwissenschaftler Daniel Dettling,Er entblödet sich auch nicht, auf seiner Auskunftsseite folgende Informationen erstrahlen zu lassen: Dr. Dettling gehört zu den 100 wichtigsten jungen Deutschen (NEON) und zu den 40 einflussreichsten Männer unter 40 (GQ). Armes Land, das solche wichtigen jungen Leute hat. Jg. 1971, selbständiger Politikberater und Vorstandsvorsitzender des think tank (vulgo „Denkpanzer“) berlinpolis, verbreitete im „Pol. Feuilleton“ von dradio hanebüchenen Quatsch, der mal wieder die Fragwürdigkeit des Beraterwesens zeigt. Die Generation Praktikum auf der Suche nach ihrer Zukunft, so der Titel. Er kommt zu dem aufregenden Schluß und Vorschlag:

Überfällig ist daher eine Wirtschafts- und Sozialpolitik, die Risiken und Chancen, Unsicherheiten und Garantien neu verteilt. 35 Stunden Woche? Für erziehende Eltern ja, für alle nein. Die Rente ist sicher? Ja, für die mit Kindern. Für Kinderlose reicht die Hälfte.

Ein Schelm, wer hier an Swift und dessen Vorschlag denkt, die Armen mögen doch ihre Kinder fressen, wenn sie Hunger hätten. Warum im Alter für die Kinderbesitzer mehr Geld da sein soll, obwohl sie a.) vermutlich weniger in die Sozialkassen gezahlt (während die bösen Doppelverdiener auch noch mehr Steuern abdrücken) und b.) sie Kinder haben, die ihre Eltern unterstützen können, weiß allein Dettling. Mutterkreuz, ick hör dir trapsen. Und warum Kinderzeuger im Alter mehr Geld brauchen, verstehe ich auch nicht. Ist den Kinderlosen der Appetit vergangen? Brauchen die keinen Wohnraum?
Aber Politikberater haben eben den Durchblick. Und kein Quatsch ist zu blöde, daß man ihn nicht verbreiten könnte…

Möglicher Sieger

Da Beckmann und Kerner beim Bewerb um die „Quatschtüte des Jahres“ außer Konkurrenz starten (nach drei erfolgreichen Titelverteidigungen darf ja nicht mehr teilgenommen werden), dürfte sich Steffen Simon Hoffnungen machen.Aber vielleicht hatte er auch nur seine zweijährliche Hirnblutung? Denn genau vor zwei Jahren durfte ich ihn hier im Blog schon mal zitieren. Denn sein heutiger Spruch dürfte kaum topbar sein:

„mir steht es nicht zu, die kanzlerin zu kritisieren. aber sie könnte ja wirklich mal ihren mann mitbringen. der polnische ministerpräsident hat auch seine frau dabei.“

Was hat der denn im äh Hirn?

Schlimm, diese Windparks

Immer wieder gern höre ich Leute über diese häßlichen Windparks schimpfen. Verschandeln doch die ganze Gegend. Und wünsche ihnen ein one-way-Ticket z.B. nach Baku. Damit sie mal begreifen, was „verschandeln“ bedeutet.s. z.B. diese NABU-Seite

Der Fluch des Öls
Ein Reichtum anderer Art liegt wie ein Schatten auf dieser vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt: Der Ölreichtum im Küstensockel des Kaspischen Meeres, der schon zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts Westeuropäer in das Land brachte und seit der Unabhängigkeit des Landes vor zehn Jahren für einen Förderboom sorgte, brachte eine der schlimmsten ökologischen Katastrophen des Landes mit sich.
Ölfelder in Baku / Quelle: NABU
Ölfelder bei Baku Ölfelder bei Baku
So ist die Halbinsel Apsheron, auf der die Hauptstadt Baku liegt und auf der wegen des trockenen Klimas natürlicherweise keine Bäume wachsen, von einem dichten „Wald“ aus Ölförderanlagen umgeben. An vielen Stellen überzieht eine schwarze, klebrige Ölschicht die Erde, das Gebiet ähnelt einer kahlen Mondlandschaft. Auch in den Niederungen des Landesinneren befinden sich Tausende Ölpumpen, die untereinander durch ein kilometerlanges Netz von maroden Öltransportleitungen verbunden sind. Dutzende Senken sind mit riesigen Ölseen gefüllt, die nicht einen Hauch von Leben ausstrahlen.

Schönbohm kündigt Kürzung der Sozialleistungen an

MDR info meldet:

Die CDU will die Sozialleistungen in Deutschland deutlich kürzen. Das hat Brandenburgs Innenminister Schönbohm angekündigt. Derzeit seien 50 Prozent des Haushalts Sozialausgaben. Die CDU habe sich vorgenommen, diesen Wert unter 40 Prozent zu senken.

Ey, Alta, erst packt ihr Hanseln es nicht, vernünftig zu wirtschaften, ballert die Steuer-Kohle raus wie nix („Berlin, Berlin, wir ruiniern Berlin!“) – und jetzt tut der so, als wäre das sein von ihm erarbeitetes Geld!
Und immer noch tun die Mächtigen allez, dasz der kleyne mann sie hasset.

Lieblich rauscht 's im Blätterwald

Kleines Quiz:

…eröffnete die elegant in taubenblaue Seide gewandete Chefredakteurin die Verleihung und war damit sowohl inhaltlich als auch optisch stilbildend für den Abend, denn dank der zahlreichen Sponsoren wurde ein dem Anlass angemessener festlicher Rahmen inklusive eines exklusiven Viergängemenüs ermöglicht.

Na, wo stand dies‘ hübsches Sätzlein?
a.) Bunte
b.) Gala
c.) Frau im Spiegel
d.) taz