Kulturelle Hegemonie

Antonio Gramsci (*) hatte diesen Begriff geprägt, um auf die Wichtigkeit vom „Besetzen“ kulturell oder politisch wichtiger Ausdrücke hinzuweisen (wie die SPCDU das z.B. auch mit „Mitte“ versucht haben). Etwas weiter treiben es manche Menschen, die dann mal gleich ganze Denkrichtungen besetzen. Z.B., wenn sie Dir oder mir nahelegen, doch einfach Meinungen nicht zur Kenntnis zu nehmen, wenn sie stören. Oder eben Seiten nicht anzusurfen, weil es vielleicht „stört“. Ein erfrischendes Beispiel dieser dickfälligen „Humor ist wenn ich lache und Du mich auch“-Mentalität fand ich heute beim Besuch des wazgnuksdotnet, angeregt durch ein Geschenk des kebo an die Person – dachte ich doch: Kann nich verkehrt sein. Und lese also bei wazgnuksdotnet:
„[p.s.: die seite macht zu hauf reichlich politisch unkorrekten gebrauch von dem wort „schwul“. falls sich eine hier mitlesende tunte dran stören sollte, also besser nicht hinsurfen.]“ (**)
Danke, ganz lieb.
Entschuldigt mich, Euer Gnaden, ich geh‘ mal ’ne Runde mit Herrn Liebermann kozn.
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(*) Mehr z.B. hier, hier oder hier.
(**) Der ganze Text hier

2 Replies to “Kulturelle Hegemonie”

  1. bevor ich im nachhinein von irgend jemandem einen „was für eine seite hast du da bloss verlinkt …“-rüffel bekomme, weise ich lieber vorher darauf hin. wer sich an so etwas stört, ist dann vorher „gewarnt“ – kann aber doch nichts desto trotz immer noch hinsurfen, wenn er mag …

  2. Und? Es geht nicht (nur) um den Inhalt der verlinkten Seite, sondern um Dein „Wenn es jemanden stört, soll er halt nicht hinsurfen“. Damit stellst Du Dich hinter den möglicherweise „irgendwen“ (schriebest Du nicht wertfrei „Tunte“?) störenden Inhalt, wehrst aber eine Kritik an der Verlinkung ab, indem Du der / dem Kritisierenden die Schuld des Besuchens zuweist.